Meldung vom 10.08.2026
Im September 2016 übernahm Pater Karl Wallner – bis dahin Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz – die Leitung von Missio Österreich von seinem Vorgänger Pater Leo Maasburg. Der damalige Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn bezeichnete Pater Karl bei dessen Ernennung als „Motor für die Mission“. Ein Bild, das sich in den darauffolgenden zehn Jahren bewahrheiten sollte.
Die Idee der seligen Missio-Gründerin Pauline Marie Jaricot stellte Pater Karl Wallner von Beginn an ins Zentrum seiner Arbeit: Gebet und Spende für die Weltmission. Zugleich setzte er einen zentralen Appell von Papst Franziskus konkret um: Mission beginnt mit dem Gebet und die Päpstlichen Missionswerke sind weit mehr als eine bloße Hilfsorganisation.
So erlebte bei Missio Österreich insbesondere das Rosenkranzgebet eine neue Dynamik: für persönliche Anliegen, aber vor allem auch für die Nöte der Schwestern und Brüder in der Weltkirche. Seit 2017 haben sich mehr als 10.000 Beterinnen und Beter weltweit der Missio-Gebetsaktion „Gott kann“ angeschlossen. Mehr als 50 unterschiedliche Gebetskarten und Novenenhefte wurden tausendfach an Pfarren, Privatpersonen und Gebetsgruppen im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus verschickt.
Heilige Messe als Antwort auf Corona-Einsamkeit
Mit Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 standen auch die Päpstlichen Missionswerke vor völlig neuen Herausforderungen. Aufgrund der damaligen Maßnahmen war der öffentliche Besuch von Gottesdiensten zeitweise nicht möglich. Missio Österreich reagierte darauf mit Live-Messen aus der „Licht-der-Völker-Kapelle“ in der Wiener Nationaldirektion. So entstand mitten in der Corona-Einsamkeit während der Lockdowns eine Gebetscommunity, die online und übers Fernsehen bis heute verbunden ist. Ein Gelöbnis Pater Karls, das mitten im ersten Lockdown ausgesprochen wurde zieht bis heute Früchte. In einer Mittagsmesse im März 2020 gelobte Pater Karl, dass, wenn die Pandemie zu Ende geht, Missio Österreich ein Krankenhaus in einer der ärmsten Regionen der Welt bauen lässt. Baustein für Baustein entsteht so mittlerweile das Sankt-Karl-Borromäus-Krankenhaus im Norden Mosambiks, wo künftig 100.000 Menschen medizinische Hilfe erfahren werden.
Dass Missio bereits Monate zuvor - ohne die kommende Pandemie erahnen zu können – die technische Infrastruktur für Liveübertragungen installiert hatte, erwies sich als glückliche Fügung. Während der Lockdowns konnten unter Einhaltung der damaligen Gesundheitsvorgaben auch die spanischsprachige Gemeinde in Wien sowie die Farsi-sprechende Gemeinschaft Heilige Messen in ihrer jeweiligen Sprache übertragen. Weltkirche wurde damit mitten in Wien auf neue Weise erlebbar.
Aus der damaligen Notlösung ist längst ein fester Bestandteil der Arbeit von Missio Österreich geworden: Bis heute wird täglich die Heilige Messe übertragen. In den vergangenen sechs Jahren erreichten Pater Karl Wallner und das Missio-Team zahlreiche persönliche Zuschriften. Menschen berichteten von Bekehrungen, Wiedereintritten in die Kirche, Heilungen und Gebetserhörungen und davon, wie die tägliche Messe ihnen gerade in schwierigen Zeiten Halt und Hoffnung gegeben habe.
Parallel dazu baute das PR- und Media-Team auf Initiative von Pater Karl Wallner die digitale Präsenz von Missio Österreich deutlich aus. Neben den täglichen Messen bietet der YouTube-Kanal heute regelmäßig Beiträge aus der Weltkirche. Reportagen nehmen die Zuschauerinnen und Zuschauer mit in entlegene Regionen der Welt und zeigen, wie die Kirche vor Ort den Ärmsten der Armen zur Seite steht mit konkreter sozialer Hilfe ebenso wie mit pastoraler Begleitung.
Über 700 Hilfsprojekte
Auch wirtschaftlich blickt Missio Österreich auf ein Jahrzehnt starken Wachstums zurück. Von 2016 (9,7 Mio. Euro) bis 2025 (21,2 Mio. Euro) verzeichneten die Päpstlichen Missionswerke einen Spendenzuwachs von 117,05 Prozent. Unter der Leitung von Pater Karl Wallner haben sich die Spendeneinnahmen damit mehr als verdoppelt.
Hinter diesen Zahlen stehen konkrete Schicksale und konkrete Hilfe: Allein im Jahr 2025 konnten dank der Großzügigkeit zahlreicher Spenderinnen und Spender 739 Hilfsprojekte weltweit unterstützt werden. Gefördert wurden insbesondere Bildungs- und Gesundheitsprojekte sowie pastorale Initiativen in der Weltkirche. Prägend in Erinnerung wird auch die gemeinsame Aktion mit der deutschen Biker-Gruppe "Jesus Biker" bleiben. Im September 2025 unterzeichnete Papst Leo XIV. ein eigens im Papst-Stil umgebautes BMW-Motorrad, das für 130.000 Euro versteigert wurde. Mit dem Erlös werden zurzeit zwie Schulen auf Madagaskar für Kinder aus Mica-Minen gebaut. Pater Karl Wallner war immer offen für originelle Ideen.
Auch die Unterstützung angehender Priester wurde in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Im Jahr 2026 verzeichnet Missio Österreich mehr als 7.400 Priesterpatenschaften. Sie ermöglichen jungen Männern in Ländern des Globalen Südens eine Ausbildung zum Priester und stärken damit langfristig die Kirche vor Ort.
Mit Schwung die Jugend erreichen
Ein besonderes Anliegen von Pater Karl Wallner war es, junge Menschen für den christlichen Glauben zu begeistern und ihnen Räume für Begegnung, Austausch und gemeinsames Gebet zu eröffnen. Als jahrelanger Jugendseelsorger im Stift Heiligenkreuz hatte Pater Karl Wallner während der vergangenen zehn Jahre immer einen guten Draht zu jungen Menschen und förderte junge Talente.
Young Missio vernetzt seit knapp zehn Jahren unterschiedliche Jugendbewegungen in Österreich. Beim „Young Mission Praise“ im Wiener Stephansdom erhalten Jugendliche und junge Erwachsene viermal im Jahr die Möglichkeit, gemeinsam einen großen Gebetsabend zu gestalten und ihren Glauben sichtbar zu leben.
Auch digital erreicht Young Missio eine junge Generation: Mit Beiträgen aus der Weltkirche, Glaubensimpulsen und Heiligenbiografien erreicht der eigene Instagram-Kanal monatlich durchschnittlich rund 200.000 junge Menschen.
Großes Danke an Pater Karl Wallner
Nach zehn Jahren endet damit eine prägende Ära für die Päpstlichen Missionswerke in Österreich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Missio Österreich danken ihrem langjährigen Nationaldirektor für seinen unermüdlichen Einsatz, seinen missionarischen Schwung und seinen Mut, immer wieder neue Wege zu gehen.
Pater Karl Wallner hat Missio Österreich ein Jahrzehnt lang maßgeblich geprägt und dazu beigetragen, die Weltkirche für viele Menschen in Österreich näher und erfahrbarer zu machen. Zugleich ist es unter seiner Leitung gelungen, immer mehr Menschen für die konkrete Hilfe an den Ärmsten der Armen zu gewinnen.
Was bleibt, sind nicht nur beeindruckende Zahlen: mehr als doppelt so hohe Spendeneinnahmen, hunderte Hilfsprojekte, tausende Priesterpatenschaften und eine stark gewachsene digitale Reichweite. Es bleiben vor allem unzählige Menschen, die durch Gebet, Spende und persönliche Verbundenheit Teil der weltweiten Missio-Familie geworden sind.
Mit 31. August 2026 endet die Amtszeit von Pater Karl Wallner als Nationaldirektor von Missio Österreich. Sein Einsatz für die Weltmission und viele seiner Initiativen werden weit darüber hinaus weiterwirken.