Syrien: Angst unter Christen vor Osterfeiern Bewaffnete muslimische Gruppen drangen am vergangenen Wochenende in der syrischen Stadt Suqailabiyya in Häuser, Geschäfte, Restaurants, Bars ein, bedrohten die mehrheitlich christlichen Zivilisten und belästigten Frauen. Sicherheitskräfte des Regimes hätten nicht eingegriffen oder wären teilweise an den Übergriffen beteiligt gewesen, wie Augenzeugen berichten. Feststeht, dass Christinnen und Christen in Syrien wiederholt unter Druck geraten. "Viele Christinnen und Christen in Syrien haben nach den Übergriffen von Suqailabiyya Angst. Unsicherheit macht sich breit“, wie Missio-Projektpartner Pater Gerry Baumgartner von vor Ort berichtet. Der österreichische Jesuit ist seit Jahren im Einsatz für Christinnen und Christen in Syrien. Christenheit unter Druck Dass Christinnen und Christen in Syrien immer weiter unter Druck geraten, ist für allewelt-Chefredakteur Christoph Lehermayr, der selbst für Reportagen und Missio-Projektbesuche vor Ort war, ein Zeichen der aktuellen Entwicklung: „Christinnen und Christen werden stückweise aus dem öffentlichen Raum zurückgedrängt. Nicht aufgrund einer Anordnung von oben, aber wegen der Macht des Faktischen auf der Straße, wodurch sich Unsicherheit ausbreitet.“ Massive Auswanderungswellen lassen das Christentum in Syrien seit Jahren schrumpfen. 2011 lebten noch etwa 1,8 Millionen Christinnen und Christen im Land. Mittlerweile ist die Zahl auf 300.000 gesunken, was den christlichen Bevölkerungsanteil auf unter 3 Prozent drückt. Christoph Lehermayr begleitete Christinnen und Christen vor Ort in Syrien, sprach mit ihnen über die Herausforderungen aber auch Hoffnungen, die sie trotz der bedrohlichen Lage haben. Zu sehen auf dem YouTube-Kanal von Missio Österreich im „Exklusiv-Vlog: Christen im Visier – Syrien“ Ostern im Schatten der Angst Die Übergriffe des vergangenen Wochenendes schlagen sich auch auf die bevorstehenden Osterfeierlichkeiten aus. "Es ist für mich und uns alle eine tieftraurige Situation. Die sonst öffentlichen Palmsonntagsprozessionen mussten wir aus Vorsichtsmaßnahmen schon absagen. Nun herrscht noch Ungewissheit, was Ostern betrifft, also ob wir überhaupt öffentlich feiern können oder nur innerhalb unserer Kirchen“, sagt Pater Gerry Baumgartner. Gerade das Osterfest gilt als das zentralste und wichtigste Fest der Christenheit und trotz der angespannten, bedrohlichen Situation hält Pater Gerry Baumgartner daran fest, mit den Gläubigen die Auferstehung Jesu zu feiern: „Wir in Aleppo beten weiter, wir werden feiern soweit wir es können und wir versuchen, das Beste für die Kinder und Jugendlichen und alle Christinnen und Christen zu ermöglichen, damit sie die Auferstehung unseres Erlösers gebührend begehen können." Über Missio Die Päpstlichen Missionswerke (Missio) wirken seit 1922 in 150 Ländern der Welt. Als eine der größten Spendenorganisationen in Österreich engagiert sich Missio Österreich mit Papst Leo XIV. an der Spitze für die Stärkung der wachsenden Weltkirche, vor allem in den armen Ländern. Wir setzen das Credo des Papstes konkret um. Missio geht gemeinsam mit den kirchlichen Partnern vor Ort an die Ränder dieser Welt: zu den Ärmsten, zu den Hungernden, zu den Notleidenden, zu den Kindern, zu den Fernen.